Flughafen München, Businesslounge.
Zoe liest in der aktuellen Ausgabe des „Spiegel“. Sie begreift nicht alle Zusammenhänge. Sie schmiss die Schule, da war sie 14. Doch sie ist wissbegierig, will nun alles nachholen. Was sie nicht versteht, googelt sie in ihrem iPhone. Eigentlich heißt sie gar nicht wirklich „Zoe“, es ist eine Art Künstlername, den sie sich gab, nachdem sie den Film „Killing Zoe“ sah. In der Welt der Mode klingt Zoe einfach eleganter als Sandra.
Zoes beste Jahre sind vorbei. Rein beruflich natürlich nur. Sie geht auf die Dreißig zu und sie hat einfach keine Lust mehr, mit 13-jährigen Mädchen konkurrieren zu müssen. Sie hat’s nie bis ganz nach oben geschafft, nun werden die Jobs weniger und sie würde gern etwas ganz anderes machen, nur was?
Sie schaut kurz auf. Ein paar Meter weiter steht eine Gruppe Jungs um die Zwanzig und beglotzt sie. Sie kennt das. Sie kennt das so gut. Und solange es beim Begaffen bleibt, stört sie es schon lange nicht mehr. Doch es gibt immer wieder ein paar Patienten, die sie ansprechen, obwohl Zoe ihnen keinerlei Zeichen gibt, dass sie das auch möchte. Das Schlimmste: Es sind stets die Falschen. Entweder komplette Vollidioten, die nichts zu verlieren haben oder so schmierige Typen, die glauben, Zoe hätte nur auf sie gewartet.
Die Jungs sprechen über sie. Zoe weiß, was gleich passiert. Der in deren Augen Coolste wird vorgeschickt, um sie „klar zu machen“. Das Problem ist nur: Es ist kein cooler Typ dabei. Alles so schreckliche Schnösel, Sponsored by Daddy, München-Style halt.
Ach, da kommt er auch schon. Na, schönen Dank auch! Der Leader of the Gang schaut noch mal über die Schulter zu seinen Jungs, die ihn mit Gesten anfeuern. Er grinst selbstsicher.
„Na, was haben wir den hier für ein Prachtstück?! Wo fliegst du denn hin, wenn ich fragen darf.“
„Bestimmt nicht an den Ort, an den du fliegst.“
„Aber du weißt doch gar nicht, wohin ICH fliege.“
„Vielleicht interessiert es mich auch gar nicht. Darüber schon mal nachgedacht?“
„Ach, komm, nun sei mal nicht so. Pass auf, kommst du aus München?“
Zoe ist bereits jetzt hochgradig genervt.
„Ja. Und?“
„Na, großartig! Pass auf, meine Eltern haben eine echt heftige Hütte in Grünwald und da schmeiß ich nächstes Wochenende eine wilde Party. Hast du nicht Lust, mein Gast zu sein? Ich würde mich echt freuen.“
„Eine wilde Party? Was verstehst du unter einer wilden Party?“
„Na alles, weißt du, wir …“
„Pass mal auf, mein Junge, du kannst ruhig deutlich mit mir sprechen. Ich bin schon ein großes Mädchen, also: gibt’s Coke? Und damit meine ich nicht diese überzuckerte Limonade aus Amerika!“
„Na, ja, ich weiß nicht, ich könnte vielleicht etwas besorgen, aber …“
„Ach, etwas besorgen, hört, hört, hast du schon mal den Drachen gejagt?“
„Den was?“
„Na, den Drachen. Das ist eine ganz, ganz feine Art, Heroin zu rauchen. Und sag mal, hast du Spritzbesteck im Haus? Ich würd mir das Coke gern in die Venen schießen. Schon mal gemacht? Es ist, als ob du Gott küssen würdest. Und was ist mit Crack, GHB, Meth? Ich hoffe wirklich, du wirst das alles da haben, Süßer.“
„Ähhh, also …“
„Und sag mal: Wie alt bist du eigentlich?“
„Zwanzig, ich bin Zwanzig, aber …“
„Zwanzig? Echt? Schon? Ich steh ja mehr so auf jüngere Typen. Sind auch Minderjährige da? Und was ist mit Negern? Weißt Du, die Sache mit den großen Schwänzen, das ist kein Gerücht, erst neulich hatte ich einen Gangbang mit fünf Afrikanern und …“
„Ich, äh, äh, äh, ach, weißt du, vielleicht war es doch keine so gute Idee mit der Partyeinladung. Ich werde dann mal zurück zu meinen Freunden gehen. Hab noch einen schönen Tag, du.“
„Oh, wie schade! Na, dann feiert mal schön, ihr Racker.“
Wie ein Sportler nach einer ganz fürchterlichen Niederlage geht der coole Junge mit gesenktem Kopf zurück zu seinen Freunden. Zoe lächelt. Abermals hat ihr kleiner Trick funktioniert. Sie liebt die ungläubigen, entsetzten Blicke, sie liebt es, diese ach so selbstsicheren Wichser zu verunsichern.
Nun widmet sich wieder dem „Spiegel“. Die Sache mit dem Euro, mit Griechenland und so, hat sie noch nicht ganz verstanden. Aber sie arbeitet dran.
Fetten Dank an David Baldacci für die Inspiration.

Na ja, schlagfertig scheint sie ja in jedem Fall zu sein!!!
Den Blick der Bubis hätte ich gern sehen mögen!
Nur das mit der Schule bereut man sicher später! Es ist doch bestimmt wahnsinnig schwer, Abschlüsse in ihrem Alter nachzuholen!
Wenn ich bedenke, was ich damals alles gelernt habe und das vor allem in Hinsicht auf Mathematik – mit dem Lernstoff möchte ich heutzutage nicht mehr konfrontiert werden! Zum Glück braucht man davon nicht alles!
Geschrieben von Sonja Lindenbaum | 7. Dezember 2012, 12:50hahaha, ich hab das auch schon gemacht! DAS ROCKT!!! ♥
Geschrieben von Katharina | 7. Dezember 2012, 13:02Echt? Hut ab!
Geschrieben von Oliver Flesch | 7. Dezember 2012, 13:04Klassischer bitch block einer hübschen, weiblichen LSE Persönlichkeit. Sie ist nicht “gross”, sie ist einfach nur schön, und nur das reicht eben ab einem gewissen Alter nicht mehr. Ich darum kann ich auch schönen Frauen immer wieder nur dringend empfehlen, auch schon in ihrer Jugend etwas für ihre Bildung, zeitlose berufliche Fähigkeiten und auch ihre spirituelle Entwicklung zu tun. Vor allem aber eine Therapie, denn die Ursachen für LSE liegen meist tiefer und sind in der Kindheit begraben. Aber sie scheint schon auf dem richtigen Weg zu sein, auch wenn man im “Spiegel” nur bedingt und meist erst sehr spät die richtigen Antworten auf gesellschaftspolitische Fragen findet.
Geschrieben von Aca | 7. Dezember 2012, 13:27Was? Willst du jugendlichen Leichtsinn nun mit einer Krankheit betiteln? Das ist ja wie der ADHS-Mythos.
Geschrieben von waldmonster | 7. Dezember 2012, 19:55Das ist leider kein Mythos, Waldmonster.
Geschrieben von einfachanke | 7. Dezember 2012, 21:36Wie du es nennst ist mir egal, schöne Frau “Waldmonster”. Es gibt für mich keine “Krankheiten”, es gibt für mich nur eine Krankheit, und die Ursache davon sind Verletzungen der Seele, sind Kränkungen, die wir meist schon in der Kindheit erlebt und zugefügt bekommen haben. Ein Knochenbruch ist ja auch keine Krankheit, sondern “nur” ein gebrochener Knochen. Doch das dieser brach, dafür gibt es eine Ursache, und diese kann Leichtsinn oder Übermut gewesen sein. Auf jeden Fall war es ein zuviel von etwas, was den Knochen über seinen Grenzbereich gebracht hat.
Nehmen wir also das Beispiel jugendlicher Leichtsinn. Maßvoll ist er OK, im Übermaß aber kann er schnell gefährlich werden, so wie bei einem Formel 1 Fahrer, der sein Fahrzeug ständig sehr nah am Grenzbereich bewegt. Nur ein kleiner Fehler, und seine Kinder wachsen beispielsweise ohne ihren Vater auf. Aber das kann genauso für einen jungen Mann gelten, der sein ganzes geerbtes Vermögen leichtsinnig in nur eine Investition steckt, anstatt es auf mehrere verschiedene sicher zu verteilen, und dann alles verliert. Sein Sohn wächst jetzt auch ohne seinen Vater auf, weil seiner Frau die plötzliche Armut zuviel Angst gemacht hat.
Und genauso unüberlegt oder unaufgeklärt leichtsinnig ist es als Frau, seine Zukunft nur auf sein Aussehen als Lebensversicherung zu setzen. Sehr wahrscheinlich weil niemand da war, der die Frau als Mädchen achtsam und sorgfältig genug erzogen hat, damit eben so etwas nicht passiert. Oder weil das Mädchen ohne Vater aufgewachsen ist, und sich darum schon sehr früh bei Männern Bestätigung gesucht hat, und damit schon zu früh zu viel “Erfolg” allein schon damit hatte, eben weil sie so hübsch ist. Folge davon sind dann Defizite in anderen Bereichen, was sich früher oder später immer rächt. Es ist daher kein Zufall, dass Dinge so oder so sind, sondern oft nur Folgen von etwas.
Um diesen Denkansatz zu verstehen, der stark auf das Prinzip der Polarität aufbaut, kann ich jedem nur das Buch “Krankheit als Weg” empfehlen. Es besitzt sehr viele Parallelen zum Buddhismus und zum Yin-Yang-Prinzip, und ist mit Sicherheit aus dieser Richtung her inspiriert.
LSE ist für mich daher keine Krankheit, sondern ein Zustand, genauso wie ADHS oder auch andere Bezeichnungen für psychische Ungleichgewichte, die wir im Westen halt gerne einordnen und klassifizieren, was mit unser europäischen Tradition des Denkens zu tun hat. Tatsache ist, dass die junge Frau mit sich selbst irgendwie nicht im Reinen oder im Gleichgewicht ist, denn sonst hätte sie anders reagiert, anders geantwortet, und wäre auch nicht in so einer Situation. Und dafür gibt es Ursachen, die man so lange hinterfragt, bis man auf das eigentliche Schlüsselerlebnis stösst, welches das “krank sein”, das Ungleichgewicht bewirkt.
Frag dich doch nur mal folgendes: Warum hast du überhaupt auf das was ich gesagt habe reagiert, was hat dich an meiner Aussage überhaupt zu einer Reaktion provoziert? Aber versuch bei der Antwort so ehrlich und offen wie möglich zu sein, sonst funktioniert das Prinzip des Hinterfragens nicht. Aber Vorsicht, Wahrheit kann wütend machen und weh tun, meist auch genau in dieser Reihenfolge, und viel Menschen bleiben leider bei der Wut stehen, weil sie sich vor dem Schmerz fürchten. Aber nur der Heilt. Es ist halt einfacher, auf andere wütend und sauer zu sein, als sich selbst in seiner eigenen Kleinheit und Verletztheit wahrzunehmen.
Warum eigentlich Waldmonster, du siehst doch eher aus wie eine Waldfee, zumindest deinen feinen Gesichtszügen nach zu urteilen?
Geschrieben von Aca | 8. Dezember 2012, 00:40EINFACHANKE, naja, ich habe eine ganze Zeit in einer Jugendeinrichtung gearbeitet und da wurde Ritalin rumgegeben, als wären es Bonbons. Ich weiß, dass es AD(H)S gibt und finde auch gut, dass es therapiert werden kann – ich seh aber eben auch, dass das gerne mal ausgenutzt wird, damit sich Mama und Papa nicht um ihre Kinder kümmern müssen. DAS meinte ich damit. :/
Geschrieben von waldmonster | 8. Dezember 2012, 16:59Und genau das ist auch die Analyse der Psychosomatiker bei ADHS. Es ist das Aufmerksamkeitsdefizit der Eltern, welches die Kinder “krank” macht, und das durch die Somatisierung sogar bis auf die körperliche Ebene durchschlägt. Denn die geistige und materielle Ebene sind immer miteinander verbunden, und sie wirken immer in beide Richtungen. Du hast es sogar unbewusst, falls dir das noch nicht bekannt war, Waldmonster, ausgesprochen. Was diesen Kindern fehlt ist nicht Ritalin, was ihnen fehlt ist die Aufmerksamkeit, das beachtet werden, wahrgenommen werden der Eltern.
Geschrieben von Aca | 8. Dezember 2012, 18:56ACA, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!
Geschrieben von waldmonster | 8. Dezember 2012, 19:51Dein Spruch könnte von der Frau sein, mit der ich 3 Jahre zusammen war, und die unter ADHS leidet. Ihr seid euch in eurer unkontrollierten Wut, Aggressivität und Explosivität sehr ähnlich. Aber sie wurde als Kind ja auch geschlagen, weil ihre Eltern sie/sich selbst nicht in den Griff bekommen haben. Ich hätte “keine Ahnung” scheint mir daher ein wenig übertrieben, aber sie verprügeln, um mir ihren Respekt zu verschaffen, war halt nicht mein Ding. Noch Fragen?
Geschrieben von Aca | 9. Dezember 2012, 03:30Denn ich habe die Frau sehr geliebt, und mich deshalb sehr lange sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt. Drei Jahre habe ich danach gebraucht, so lang wie noch nie zuvor in meinem Leben, um über diese Beziehung hinwegzukommen, obwohl sie alles andere als einfach war. Erzähl du mir also nicht, ich hätte keine Ahnung, nur weil dir meine Meinung dazu nicht passt. Denn sie wollte genauso wenig wie du sich anhören, was ich dazu zu sagen habe, wusste über die “Krankheit” natürlich alles besser, und wollte es selbstverständlich deshalb nicht einmal mit einer Therapie versuchen. Heute kenne ich den Grund, woran sie unbedingt festhalten will, und auch warum. Seit dem bin ich über sie hinweg, habe ich sie hinter mir gelassen, konnte ich sie ihrem Schicksal überlassen.
Und darum hier der Artikel, der mir vieles davon bestätigt hat, was ich bereits während der 3 Jahre mit ihr oft gedacht, intuitiv erfasst und wahrgenommen habe, sogar fast schon von Anfang an. Aber ich wollte sie ja unbedingt “retten”, sie gegen ihren Willen heilen, und das war mein Fehler. Denn man kann niemand helfen, der sich nicht helfen lassen will.
http://www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/adhs.html
Geschrieben von Aca | 9. Dezember 2012, 05:58Waldmonster, ich weiss, dass man heute gern und schnell ADHS diagnostisziert und dann die Pillen verteilt. Es geht auch ohne. Wenn man sich damit auseinandersetzt und dem Kind nicht das Gefühl gibt, krank zu sein.
Aca, es ist nicht die mangelnde Aufmerksamkeit der Eltern, die dazu führt. Es macht mich manchmal traurig, wie leichtfertig darüber geurteilt wird. Ich stelle meinen Sohn nicht ruhig mit Medikamenten und ich überbewerte das auch nicht. Er bekommt genug Aufmerksamkeit und er ist ein wundervoller Mensch.
Solche Kinder werden schon damit geboren. Und wenn du dich damit gut beschäftigt hättest, dann wüsstest du, dass sie nicht so einen Filter wie wir im Gehirn haben bzw. der anders ausgeprägt ist. Und das z.B. verursacht ihre eigene Unaufmerksamkeit.
Mit AD(H)S ist auch oft Legasthenie verbunden. Im Buch “Legasthenie als Talentsignal” ist es sehr gut beschrieben, wie diese Kinder ihre Umwelt wahrnehmen. Und dass diese Kinder dadurch auch Vorteile haben, eben weil sie ihre Umwelt anders wahrnehmen. Dieses Buch hat mir geholfen, zu verstehen, wie mein Sohn die Welt sieht.
In der Zwischenzeit weiss ich auch, dass die Agressivität, die manchmal auftritt, einfach daher rührt, dass diese Kinder ein sehr empfindliches Rechtsempfinden haben. Da, wo sie sich ungerecht behandelt fühlen, reagieren sie mit Wut und Unverständnis. Sehr genaues Zuhören und das Nachempfinden ihrer Situation haben schon oft geholfen, Missverständnisse auszuräumen. Ich wünschte mir, dass Lehrer genau so viel Wissen darüber hätten, wie die Eltern. Ich hab schon oft erlebt, dass Lehrer mir dringend empfohlen haben, ihn mit Ritalin “ruhigzustellen”. Das macht mich wütend. Wenn ein Kind nicht in diesen “0815-Schul-Rahmen” passt, dann sind immer die Eltern schuld. Dabei ist es oft nur eine Sache von Wissen und Aufeinanderzugehen. Und die Bereitschaft selbst dazu zu lernen.
Geschrieben von einfachanke | 9. Dezember 2012, 17:43Liebe Anke, auf LSD hat man für 8 Stunden diese Filter auch nicht, und manchmal ist das sehr nervig bis sogar höchst unangenehm auszuhalten, sehr schwer zu ertragen, vor allem unter “normalen” Menschen, die eben alles andere als “normal” sind. Daher ja auch die wichtigen Tips von Timothy Leary für ein gutes “Setting”, dieses nur in der Natur oder in einer geschützten Umgebung und nur mit vertrauenswürdigen oder erfahrenen Personen zu machen, von denen einer auf jeden Fall klar bleibt, bei der LSD Therapie der Therapeut (gibt es aber heute eh nur noch in der Schweiz).
Jetzt aber das erstaunliche, und das war viele Jahre nach meinen Experimenten und mit klarem Kopf an einem ganz normalen Tag um die Mittagszeit.
Noch während der ersten 1/4 Stunde, als ich besagte ehemalige Freundin damals kennengelernt habe, hatte ich in einem kurzen Moment, in dem wir alleine waren, dass dringende Bedürfnis sie sofort zu Fragen, ob sie Erfahrung mit Halluzinogenen hat, ob sie also “Experienced” ist. Sehr zu meinem Erstaunen war das nicht der Fall, obwohl sie viele dieser “kleinen, unscheinbaren Merkmale” an den Tag legte, die solche Menschen normalerweise haben, die aber nur von ebenfalls “erfahrenen” gesehen werden können. Die, die wissen was ich meine lächeln jetzt.
Und darum auch meine kühne Behauptung, dass es die Umgebung und die Anforderungen der Moderne sind, die Menschen in diesem Zustand “ungefilterter, direkter Wahrnehmung” Probleme machen, und nicht ihre lebendige, wahrnehmungsintensive und feinsinnige Art, die sie geradezu als Überlebenskünstler in freier Natur auszeichnen würden. Für mich sind AD(H)S’ler so etwas wie die “Precogs” aus dem Film “Minority Report”, und ich wünsche jedem von denen das er/sie eines Tages so in Frieden leben kann, wie ganz am Schluss im Film. Aber natürlich kann es auch bei solchen Menschen durch eine unglückliche Kindheit zu “Verzerrungen” in der Wahrnehmung kommen, darin unterscheiden sie sich von den etwas stumpferen, angepassteren und duldsameren Individuen, also die überwiegende Mehrheit, in keiner Weise. Und ich bin sicher, dass ich einen Weg mit ihr gefunden hätte, wenn da nicht auch noch diese Störungen aus der Kindheit gewesen wären, allerdings auch die bei mir.
Kannst du dir Vorstellen wie es mir damals das Herz zerrissen hat als mir diese wundervolle, wunderschöne Frau zu erklären versucht hat, dass sie keine Kinder haben möchte, weil diese nicht das erleben sollen, was sie erleben muss, und weil sie Angst davor hat, dass sie die gleichen Fehler mit ihren Kindern macht wie ihre Eltern, sie glaubt, dass sie aufgrund ihrer “Krankheit” gar nicht in der Lage wäre, ein Kind gross zu ziehen.
Mag sein, dass ich auch deshalb nicht an “Materie über Geist” glauben möchte, oder das diese gar nicht miteinander verbunden sein sollen, aber in ganz Asien immerhin sieht man das alles schon ganz anders, und ich eben auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leib-Seele-Problem#Das_Leib-Seele-Problem
http://de.wikipedia.org/wiki/Psychosomatik
http://de.wikipedia.org/wiki/Psychosomatische_Störung
http://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathologie
Und ich stehe zu meinen Überzeugungen, zu meiner persönlichen Erfahrung, und auch zu meinem Glauben, und bin jederzeit bereit, dafür auch zu sterben, weitere zu machen, und mich auch belehren zu lassen. Ich bitte sogar darum und liebe es, wenn mir andere etwas erzählen, was ich noch nicht weiss, ich davon gehört oder ich mich damit beschäftigt habe. Denn jeder Mensch hat ein Geschenk für dich, selbst der, den man hasst. Und ich bin Oliver Flesch sehr dankbar, dass er mir vertraut, auch wenn wir uns hier oft in absolut grenzwertigen Sphären bewegen, zu oft ausgesprochen grenzwertigen Themen. Wie wahre Männer eben, und auch Frauen, jeder und jede auf seine Art.
Geschrieben von Aca | 10. Dezember 2012, 00:32Hallo Aca, auch auf die Gefahr hin, dass wir uns doch noch den Zorn von Oliver zuziehen, weil wir seinen Blog mit solch komplizierten Dingen füllen, möchte ich dir trotzdem antworten.
Persönlich habe ich keine Erfahrung mit LSD und ähnlichen Drogen und möchte das auch gar nicht. Deswegen kann ich deinen Gedanken dazu auch nicht folgen.
Über deinen Vergleich der “Precogs” mit den AD(H)Slern war ich sehr erstaunt, da muss ich erst noch drüber nachdenken. So abwegig finde ich ihn gar nicht.
Kennst du das Buch “Das Darwin-Virus” von Greg Bear? Das ist eher eine Richtung, in die ich sehe. Vielleicht ist AD(H)S ja eine Form der Anpassung an moderne Gegebenheiten. So viele Dinge strömen jeden Tag auf uns ein, wovon wir einen Teil ausblenden, eben filtern. Das Leben so ungefiltert aufnehmen zu können, ist vielleicht auch eine Chance, mehr zu sehen und zu erkennen, als wir es vermögen. Das ist nur ein Denkansatz von vielen. So wie das Buch “Krankheit als Weg”, dass ich auch gelesen habe.
Ich kann auch deine Zerrissenheit in Bezug auf deine Freundin verstehen. Ich denke, es gibt für alles eine richtige Zeit. Manches begreift oder erlernt man später. Vielleicht war “eure” Zeit nicht die richtige. Zumal du ja auch sagst, dass du auch erst begreifen musstest, warum du bist, wie du bist.
Ich finde gut, dass du dich damit auseinandersetzt und die Dinge nicht einfach als gegeben hinnimmst.
Und um das Ganze nicht zu zerreden, werde ich jetzt lieber aufhören
Geschrieben von einfachanke | 11. Dezember 2012, 00:03Ja, jetzt kenne ich das Buch, was du erwähnt hast.
Und diesen Gedanken habe ich mit meiner Freundin damals auch besprochen, den einer besonderen genetischen Expression, schon als ich noch nicht sonderlich viel über das Thema wusste. Ob es aber die Version “3.0″ oder “1.0″ ist, oder einfach nur eine weitere, etwas häufigere Variante der Version “2.0″, dass lässt sich natürlich nur sehr schwer sagen, da wir weder die Zukunft noch die Vergangenheit des gesamten Genpools kennen. Ich weiss nur, dass sie es derzeit in unserer gegenwärtigen Gesellschaft schwerer haben als der Rest, unter anderen Umständen jedoch ganz plötzlich zu den “Gewinnern” des Kollektivs zählen könnten, aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten. Und mir ist auch noch keine Untersuchung bekannt, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen bestimmten Genen, und der Diagnose AD(H)S zieht. Aber auch das spielt ja keine Rolle, was den Umgang mit dem Thema angeht, denn selbst wenn rein hypothetisch alle AD(H)S’ler entweder geniale Simulanten und/oder gestörte/verstörte Kinder und Erwachsene wären, ist das Problem trotzdem real. Und das begreifen offenbar viele Somatiker und Materialisten nicht. Das es gar keine Rolle spielt, ob etwas “wirklich” existiert oder nicht. Es ist da, sobald ich es glaube. Was also bleibt von AD(H)S übrig, wenn wir diesen Menschen einfach nur helfen, auch ohne Medikamente ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, und einen geeigneten Weg des Umgangs untereinander und miteinander? Nichts! Ein Esoteriker würden es sogar noch einfacher ausdrücken: AD(H)S ist eine natürliche energetische Gegenreaktion, der Gegenpol, die Reaktion auf den immer höher werdenden Anpassungsdruck des Systems, der modernen Gesellschaft auf einzelne Individuen. Wenn alle nur noch in Blau rumlaufen (rumlaufen dürfen!), dann fällt halt der in Hellblau auf, und hat dann ein Problem.
Geschrieben von Aca | 11. Dezember 2012, 05:41na, das mit dem Euro und Griechenland – das kapiere ich auch nicht ganz. Bin dankbar, wenn mir der Spiegel das in verdauliche Form bringt. Und ich bin länger zur Schule gegangen…
Geschrieben von karla | 7. Dezember 2012, 13:34Macht er aber nicht, weil er als proeuropäisches, eher internationalistisches und sozialistisches Sprachrohr leider auch nicht alles darüber erzählt. Hier sind ausgerechnet “extrem Rechte” und “extrem Linke” Quellen hilfreicher, und sich wenigstens da mal einig, weil die weniger ein Blatt vor den Mund nehmen müssen, wie es ein Mainstream und Konsensblatt machen muss wie der Spiegel. Das ist wie bei Politikern. Je mächtiger und einflussreicher sie werden, umso vorsichtiger müssen sie mit ihren Aussagen sein, bis sie am Ende nur noch Floskeln und blabla verbreiten.
Geschrieben von Aca | 8. Dezember 2012, 00:56wahnsinns inspiration!
you made my day ♥
sehr sehr geil echt
Geschrieben von Nella Jansen | 7. Dezember 2012, 14:06♥
Geschrieben von Oliver Flesch | 7. Dezember 2012, 14:10Was gäbe ich dafür, so schlagfertig zu sein…
Super Geschichte. Gefällt mir sehr sehr gut. Danke :O)
Geschrieben von moonray | 7. Dezember 2012, 18:23Ich danke Dir!
Geschrieben von Oliver Flesch | 7. Dezember 2012, 20:26Super geschrieben Oliver. Großes LIKE von mir.
Geschrieben von einfachanke | 7. Dezember 2012, 21:47schade, würde ich gern mal probieren, aber in münchen werd ich eh schon so angestarrt als würde man genau das erwarten. dann doch lieber wieder rosa schals strickend mit den öffentlichen durch dieses poser/b-promi/bonzenreich fahren. bringt in meinem fall irgendwie mehr doofe blicke
Geschrieben von Inked Peach | 7. Dezember 2012, 23:46Schade, dass man dein Bild nicht vergrössern kann. Dann hättest du vielleicht noch so einen “doofen Blick” für deine Sammlung
Geschrieben von Aca | 8. Dezember 2012, 01:15Ach so, jetzt, hmm, Facebook. Ach, bist ja ‘n richtiger Punk
Geschrieben von Aca | 8. Dezember 2012, 01:19kein punk!! aber gut. den meisten reicht bissal metall und ein bisschen frei rasierter schädel um das so zu sehen^^
aber den doofen blick würde ich sicher ernten
Geschrieben von Inked Peach | 8. Dezember 2012, 16:11Meiner war aber eher etwas erstaunt und besorgt, falls du das mit doof meinst, vor allem wegen der Narben am Oberarm. Habe mich gefragt, ob die wohl vom Ritzen sind, oder ob es sich um Ziernarben handelt, oder um ein entferntes Tattoo. Eine liebe, alte, wohlgesonnene Oma in der Münchner U-Bahn, falls es da so etwas überhaupt gibt, U-Bahn, würde dich wohl eher Frage: Mein Gott, Kindchen, warum machen sie denn das? Was in Gottes Namen ist ihnen denn passiert, dass sie sich so etwas antun?
Kommt aber wohl nur daher, dass ich mich in letzter Zeit mit dem Thema Borderliner und selbstverletzendes Verhalten beschäftigt habe.
Geschrieben von Aca | 8. Dezember 2012, 17:16