du liest...
Frauen, Lust, Lustiges, Männer

Der Rock ’n’ Roll-Detective und der mysteriöse Fall um die schöne Frau …

Meine Freundin Dana ist offenherzig. Ums mal zurückhaltend zu formulieren. Gefällt mir eine Frau, gefällt ihr ein Mann, kommen wir stets auf einen Nenner. Ein Dreier, ein Vierer? Kein Problem! Das war zumindest bis vor zwei Stunden mein Kenntnisstand. Doch dann kam über Facebook diese Mail von dieser Frau, nennen wir sie „Hanna“. Gesicht: Glatte Zehn. Körper: Glatte Zehn. Nur drei Worte: „Hey, sexy Mann!“

Das klang ein bisschen ungelenk, zugegeben, aber: Wer bin ich, ihr zu widersprechen? Sie hätte gehört, schrieb sie in der nächsten Mail, ich würde auf versautes Zeug, Gruppensex und so, stehen.
Wer bin ich, ihr zu widersprechen?
Sie auch, meinte sie. So vier, fünf Typen sollten es schon sein. Ob ich nicht Lust hätte.
WOW! Ich pfiff ein lustiges Liedchen, ich glaube, es war „Viva Colonia“ („Da sind wir dabei! Das ist prima!“), doch dann kam der Moment in dem ich mich auf die Suche nach der versteckten Kamera machte.

Sicher, Angebote dieser Art kommen öfter mal rein. Aber gleich SO krass? Und dann von einer optischen Zehn?! Bislang noch nicht. Verarschung? Fakeprofil? Kam mir auch in den Sinn. Doch ihre Seite war weder neu, noch hatte sie nur einen Freund, außerdem war es ein Kollege, der mir von ihr erzählte. Doch ich blieb misstrauisch. Mädchen, die den Mund ein wenig zu voll nehmen, gibt es viele da draußen. Ich rief meinen Kollegen an.
„Ja, was ist denn da los?!“, fragte ich im Stefan Raab-Duktus.
„Du, keine Ahnung, ich dachte, wenn das einer rausbekommen kann, dann du, Bruder!“
Recht hat er.

Ich zeigte Dana ein Foto von Hanna: „Oh, die ist aber hübsch!“ gluckste sie.
„Gut, dass wir einer Meinung sind! Wir haben nämlich heute Abend ein Date mit der.“
„Hä?! Werde ICH vielleicht auch mal gefragt?“
„Nö. NICHT in so einem Fall. Glatte Zehn und so.“
„Fick dich! Da kannste mal schön allein hinfahren!“
„Ich will da aber gar nicht allein hinfahren!“
„Ach, komm, erzähl mir doch nichts!“
Sie irrte. Warum hätte ich allein hinfahren sollen, wo es doch mit meiner Herzensdame viel mehr Spaß machen würde.

Und doch: Ich verstand Dana. Sie war unsicher, sie war eifersüchtig, niemand nimmt es gern mit einer glatten Zehn auf. Selbstverständlich gab sie das nicht zu und machte ein vollkommen neues Fass auf: „Hast du dir mal ihre Seite angeschaut? Die ist doch strunzblöd! Ich hab kein’ Bock auf solche Schlampen!“
Vielleicht war da sogar etwas dran. Den meisten Männern ist Sympathie und Intelligenzquotient relativ egal, wenn’s nur um Sex geht, Frauen nicht.
„Herrgott, Dana, ich will die ficken, nicht heiraten! Wäre es dir tatsächlich lieber, wenn die neben ihren Bombenoptik auch noch einen Einstein-IQ hätte? Ich denke nicht, Dana, ich denke nicht!“
Stille. Zeit zum Nachlegen! Entsichert und Schuss!
„Wo soll das hinführen, Dana? WO? HIN! Dass wir jetzt nur noch mit Typen, oder Frauen, die wie Dresden ’45 aussehen, ficken? DAS kann’s doch nun wirklich nicht sein, Dana!“
„Ach, lass mich doch in Ruhe! Mach was du willst! Du tust es ja eh!“
„Jetzt komm mir bitte nicht so!“
„Doch! Ich habe doch gar keine andere Wahl! Geh ich nicht mit, fickst du sie allein! Aber sei dir sicher: Ich lass mich nicht erpressen! Da mach ich lieber Schluss!“

Ihr müsst wissen: Dana macht so etwa alle sieben Tage Schluss. Immer so für fünf Minuten. Ihre Drohung zog jetzt also nicht so wirklich. Trotzdem brauchte ich eine neue Taktik. Ich wechselte den bösen gegen den bockig-beleidigten Jungen aus.
„Na, gut. Dann fahren da eben NICHT hin! Dann ficken wir halt nur noch mit Typen! Oder Auslaufmodellen!“
Nun zog Dana ihre Geheimwaffe. Obwohl, so geheim ist die gar nicht. Eher weltbekannt: Tränen. Die ziehen meist. Auch bei mir. Ich nahm sie in den Arm.
„Ich hab einfach Angst mich bei so einer Schlampe mit irgendetwas anzustecken.“, schluchzte sie.
„Gummi!“
„Ach, ja, und was ist mit Küssen und Lecken?!“
„Zungenkondom!“
„Ach, du bist doof!“, sagte sie und lächelte endlich wieder.

„Schau mal, Dana, eine Nachricht von Hanna auf Facebook …“
„Ich will Dich nur für mich haben. Bitte komm allein. Ach ja, mein Bruder wird auch da sein.“
Wat? Wer wird da sein? Nun wird’s kriminell. Ich brauchte Hilfe. Und wer, wenn nicht Berlins Lover Nummer eins, Ex-Soap-Star, Rainer Meifert, konnte mir helfen? Ich schickte ihm ein Facebook-Telegramm: „Neues Mädchen in der Stadt. Stopp. Brauche Unterstützung. Stopp. Hier Link. Stopp. Biste dabei? Stopp.“
Ein paar Minuten später sprang ein Chatfenster:
Rainer: „Haha!“
Ich: „Wie Haha?“
Rainer: „Hahaha!“
Ich: „Wie Hahaha?“

Wie es ausgeht, mit der schönen mysteriöse Frau, erfahrt Ihr morgen, meine Lieben. Auf den dritten Teil von Joels erstem Mal warte ich selbst, und für die für heute angekündigte Story „Sag mal, Opa, wie war das eigentlich damals, als du Adolf Hitlers Leibwächter warst?“ muss ich noch ein bisschen recherchieren.

Diskussionen

14 Antworten zu “Der Rock ’n’ Roll-Detective und der mysteriöse Fall um die schöne Frau …”

  1. Du machst es jetzt ja dauernd spannend… sowas macht mich zappelig. ;)

    Geschrieben von einfachanke | 24. Oktober 2012, 12:56
  2. Oha^^ Jaaaa, die Unterhaltung kommt mir nicht ganz fremd vor!!! Schön zu lesen, dass wir alle manchmal mit Selbstzweifeln zu tun haben…auch wenn wir eigtl. ganz genau wissen was wir mögen^^

    Geschrieben von Phoebe | 24. Oktober 2012, 13:01
  3. Ich sag erst nachm Höhepunkt was…..sonst schrei ich noch ;-)

    Geschrieben von nadjasgedankenalbum | 24. Oktober 2012, 14:45
  4. Hast Du nicht das Gefühl, daß dieses dauernde Abbrechen vor dem Höhepunkt Deine Leserinnen und Leser stark mitnimmt? Nicht, daß wir jetzt alle schwere Störungen entwickeln und dann immer vor dem Höhepunkt abbrechen müssen, weil wir von Dir so konditioniert wurden. Willst Du das? Oder gedenkst Du in den nächsten Monaten irgendwo in Berlin ein Therapiezentrum mit dem Schwerpunkt “persistierende Höhepunktverschleppungen” zu eröffnen und aquirierst schon mal Kunden?

    Das ist nicht gemein, das ist perfide. Bösartig. Fies.

    Geschrieben von Karla | 24. Oktober 2012, 16:24
  5. Ich hab mir nie Soaps angeschaut, weil ich es bescheuert fand wenn es grad im spannensten Moment zu Ende ist! Jetzt find ich es richtig nicht alles gleich zu bekommen, ist wie ein Höhepunkt, erregung, zittern, beben, explodieren! genau richtig! ich warte gern! ;)

    Geschrieben von linda | 24. Oktober 2012, 20:50

Trackbacks/Pingbacks

  1. Pingback: Der Rock ’n’ Roll-Detective und der mysteriöse Fall um die schöne Frau … / Letzter Teil « Wahre Männer - 27. Oktober 2012

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

Archiv

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 195 Followern an

%d Bloggern gefällt das: