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Frauen, Gesellschaftliches

Wenn aus einem Mädchen eine Frau wird, so mit achtundzwanzig …

Du bist nun seit zehn Jahren volljährig. Aber bist Du auch seit zehn Jahren erwachsen? Natürlich nicht. Es war nur ein Spiel, dieses Erwachsensein. Ein lockeres. Bislang. Aber so langsam wird es ernster. Noch ganz zart, so glaubst Du zum Beispiel noch immer, Du seist unsterblich. Und solange dieser Glaube Dich nicht dazu verführt, das Leben an Dir vorbeiziehen zu lassen, solltest Du Dir diesen Glauben ruhig solange wie möglich bewahren …

Wenn aus einem Mädchen eine Frau wird, so mit achtundzwanzig, sollte sie ihre Zöpfe abschneiden, ihren Nasenring rausnehmen, die Chucks ausziehen und nicht mehr mit dem Gedanken spielen sich  „Sehnsucht“ auf den Hals tätowieren zu lassen.

Nein, Zöpfe und Nasenringe sind nicht verhandelbar. Über Chucks können wir reden, wenn Du achtunddreißig bist. Dann gehen sie wieder. Und was die „Sehnsucht“ angeht: Es gibt so viele schöne Stellen an Deinem Körper. Für Hals und Hände ist Gesellschaft  – leider – noch nicht bereit. Es sei denn Du bist Rockstar, Fetisch-Model oder eine Tätowiererin.

Wenn aus einem Mädchen eine Frau wird, so mit achtundzwanzig, ist sie in Sachen Liebe bereits gefühlte achtundvierzig.

Bei all den Enttäuschungen, die Du im Laufe der Jahre in der Liebe erlebt hast, steckst Du inzwischen so voller Scheiße, dass Du manchmal glaubst, Du kannst Dich in einer Bio-Tonne nur noch selbst entsorgen. Und doch solltest Du den Mut nicht verlieren. Glaube nach wie vor an die wahre Liebe. Glaube mir: der Richtige kommt. Meist dann, wenn Du ihn wenigsten erwartest.

Wenn aus einem Mädchen eine Frau wird, so mit achtundzwanzig, hört sie zum ersten Mal das ticken einer Uhr, die biologisch angebaut ist.

Lass sie ticken. Die Suche nach einer Art Samenspender ist würdelos. Ohne Seele. Es kommt, sobald es kommen soll.

Wenn aus einem Mädchen eine Frau wird, so mit achtundzwanzig, kommt sie langsam dahinter, dass ihre Mama eine weise Frau ist.

Dass all ihre Warnungen und Ratschlägen tatsächlich gut gemeint waren, und dass an dem, was Du bislang als spießigen Schwachsinn empfunden hast, etwas dran ist.

Wenn aus einem Mädchen eine Frau wird, so mit achtundzwanzig, hört sie auf an manche Märchen zu glauben.

An das Märchen vom Analverkehr zum Beispiel. Ihr wisst schon, daran, dass Arschficken nur Männern Spaß machen würde, Frauen dabei nichts als Schmerz empfinden.

Oder an das Märchen von der Beziehung, die auf ewig mit der Leichtigkeit einer frischen Frühlingsbrise daherkommt. Die sich tagtäglich wie Heiligabend als Du sechs warst anfühlt, dabei stets in rosarot erstrahlt. Liebe ist immer auch Arbeit. Wie fast alles im Leben. Das ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil sogar. Was Du Dir hart erarbeitet hast, wird Dir am Ende umso wertvoller erscheinen.

All das weißt Du nun. Wo Du achtundzwanzig bist …

Diskussionen

18 Antworten zu “Wenn aus einem Mädchen eine Frau wird, so mit achtundzwanzig …”

  1. Oder an das Märchen von der Beziehung, die auf ewig mit der Leichtigkeit einer frischen Frühlingsbrise daherkommt. Die sich tagtäglich wie Heiligabend als Du sechs warst anfühlt, dabei stets in rosarot erstrahlt. Liebe ist immer auch Arbeit. Wie fast alles im Leben. Das ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil sogar. Was Du Dir hart erarbeitet hast, wird Dir am Ende umso wertvoller erscheinen. Sehr gut geschrieben, damit haste dich mal wieder selber übertroffen!! :)

    Geschrieben von Melanie Habermann | 7. September 2012, 17:08
  2. Danke! Ich freue mich! Über deine Worte! Nur noch 2 Jahre,dann bin ich 28.. Und beim Lesen habe ich festgestellt,dass ich bereits auf der Hälfte des Weges schon angekommen bin ;-) So erschreckend scheint das “älter werden” gar nicht zu sein ;-)

    Geschrieben von Kim-Lara | 7. September 2012, 19:33
    • Voll nicht! Selbst ich spüre es noch nicht. Ich sag: 43 ist das neue 33. ;-)

      Geschrieben von Oliver Flesch | 7. September 2012, 19:43
      • haha super :-)
        Wobei,ich muss auch sagen,dass 43 kein Alter ist! Die meisten Menschen um mich herum sind in dem Alter. Einer meiner besten Freunde ist 61 und immer noch super cool ;-) “ältere” Menschen sind lediglich weiser und erfahrener. Ich freu mich schon irgendwann mal solch einen Status zu haben ;-) “coole alte Freundin” ;-)

        Geschrieben von Kim-Lara | 8. September 2012, 10:12
      • hahaha, oh jaaaa!!! So sehe ich das mittlerweile auch^^ Und die Liste ist TOP, absolut aus meinem <3 geschrieben!!! Nur was die Zöpfe angeht, da hat mein mann einen Fetisch…die werde ich mit 80 noch tragen (müssen) :D

        Geschrieben von Phoebe | 25. Oktober 2012, 13:26
  3. Wenn aus einem Jungen ein Mann wird, so mit achtundzwanzig … – würden bestimmt auch ein paar interessante Zeilen von Dir rauskommen. :)

    Geschrieben von dannyschwarz85 | 7. September 2012, 21:19
  4. Den Hinweis bezüglich der biologischen Uhr sollten sich mal einige zu Herzen nehmen, wahre Worte.

    Und Junge zum Mann mit mit 28 war echt gut ;-)

    Geschrieben von Zbigniew Bober | 9. September 2012, 13:52
  5. hahahaha- so mit 68… so weise!

    Geschrieben von Nicolette | 9. September 2012, 23:43
  6. Lieber Oliver !Du hast ja so recht !!!
    Da ich weit über 28 hinaus bin,kann ich nur noch den Tochter/Mutter Kommentar abnicken und hoffen,dass mein geliebter Ableger es früher schnallt,wie weise ihre Mutter ist und ich sie vor einigen Erfahrungen bewahren wollte !
    ABER!Erfahrungen wollen selbst gemacht werden,erst dann sind sie wahrhaftig.Jeder Himmel und jede Hölle in der wir leben,ist von uns selbst erschaffen,-und je mehr man das LEIDEN liebt,desto größer ist die Bühne !
    Danke auch für Deine wunderbaren Beiträge <3
    saludos Ilka

    Geschrieben von Ilka Fastfinger Hendriks | 7. Mai 2013, 22:32
  7. Mhmmm – dann bin ich wohl noch keine Frau… in Sachen Liebe – ich glaube an die Liebe, ich habe sie erlebt, erlebe sie immer noch täglich. Und soll ich dir was sagen? Ich lass mich auf sie ein, fall vollkommen hinein, vertraue dem Mann, mit dem ich zur gegebenen Zeit mein Leben teile… und ja nenn es naiv, gutgläubig oder dumm… was soll mir denn passieren? Ich erlebe die schönsten Momente. Nein, ich glaube in der Liebe bleib ich lieber immer Kind!

    Geschrieben von Ella | 7. Mai 2013, 23:02
    • Womit du die These stützt, dass es die Frauen sind, die den Kindern ähnlicher sind und nicht die Männer. Weil richtige Männer Mutter und Kind beschützen und ernähren müssen, und da bleibt für Infantilität und Kindereien, nicht mehr viel Platzt.

      Geschrieben von tacatacataca | 8. Mai 2013, 00:14
    • Tschuldigung, Ella. Bei all den vielen Frauen hier, die alle irgendwie etwas gemeinsam haben müssen, als Gäste, Freundinnen und Streitpartner von Oli, bin ich wohl jetzt etwas durcheinander gekommen. Doch langsam wird mir immer klarer, was wir fast alle hier gemeinsam haben, je mehr ich von jeder von euch etwas erfahren durfte. Dafür möchte ich mich bei allen für die Liebe und das Vertrauen bedanken, dass ihr mir entgegengebracht habt, so weit wie halt jedem möglich. Das einzige was ich bedaure ist, dass ich ausgerechnet den besonders Verletzten unter euch anscheinend nicht klar machen konnte, woher eure Konflikte mit der Liebe und dem anderen Geschlecht herrühren, und im Grunde auch bei denen das Leben immer noch bestimmen, die als Ausweg irgendwann das Ufer gewechselt haben, nur jetzt halt auf andere Art und Weise. Als Tantriker weiss ich, dass hier im Grunde jeder mit jedem sogar tollen Sex habe könnte, und alle Vorurteile gegenüber einander nur unsere eigenen Begrenzungen, Ängste, Unzulänglichkeiten, Befürchtungen und negativen Gedanken, negativen Glaubenssätze sind. Natürlich geht es hier immer auch um die Frage der Macht und um Wahrung der Autonomie, doch beides steht der Liebe halt umgekehrt reziprok im Weg. Und auch so eine “Tochter Vater” Geschichte, mit der ein oder anderen unter euch sicherlich denkbar und auch sicherlich reizvoll führt letztendlich nicht zum Ziel, sondern höchstens zu sehr liebevollen aber leider wahrscheinlich auch höchst chaotischen und instabilen Beziehungen. Mir persönlich gibt das unglaublich viel, mich hier zu reiben und zu streiten, doch ich stelle langsam immer deutlicher fest, wonach sich mein Herz wirklich sehnt. Dinge, die ich hier bei der ein oder anderen sicherlich finden könnte, aber halt selbst nicht geben kann. Ich bin kein Fels in der Brandung, ich bin selbst zu sehr wie das Wasser, besitze weitaus mehr weibliche Eigenschaften als männliche, und weiß im Augenblick auch nicht weiter wo ich das finden soll, was mir fehlt. Es ist nicht Liebe im Herzen, die mir fehlt, oder Fröhlichkeit oder Verspieltheit, Kreativität oder Wärme, sondern das Gefühl meinen eigenen Mann zu stehen, für mich selbst sorgen zu können, auf eigenen Füssen zu stehen. Für euch Mädchen mag das OK zu sein, sich immer noch wie ein Mädchen zu fühlen, und was würde ich mehr Lieben als solche Frauen, wie die die nicht erwachsen werden, selbst Mütter, Muttertiere werden wollen. Doch mir ist heute einen Tag vor Vatertag im Grunde zum Heulen zumute, mich immer noch wie ein Kind zu fühlen, und nicht als richtiger Mann, der in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen, nicht einmal für sich selbst. Das ist der einzige Grund, warum ich vor der Liebe weglaufe. Weil ich die Konsequenzen fürchte die entstehen können mit einer Frau, die sich irgendwann dann doch ein oder mehrere Kinder wünscht, und was gibt es schöneres als Mann ihr dieses Geschenk in Liebe zu machen. Ich hol’ mir psychologisch betrachtet im Grunde genommen jeden Tag darauf einen Runter, wie viel Frauen mir überall schöne Augen machen nur um mir nicht einzugestehen, dass ich im Grunde nur ein Mann für gewisse Stunden bin, ein Unterhalter, Tröster, Clown und toller Zuhörer, ja sogar auch Liebhaber, aber mit Sicherheit kein Versorger und eigenständige, unabhängige Persönlichkeit. Denn dazu bedarf es einer gewissen Härte gegen sich selbst, Selbstaufgabe und Bereitschaft zur Habsucht, doch ich möchte alles von meinem Erlöser geschenkt bekommen, fordere seine von ihm versprochene, grenzenlose Liebe ohne Kompromisse ein, benehm’ mich daher wie ein Tier, und lebe darum auch wie ein Tier. So lange ich genug zu Essen und zu Trinken bekomme benehme ich mich, Schutz und Geborgenheit, Sicherheit und Heimat habe ich letztes Jahr glaube ich das erste mal in meinem Leben gefühlt, wenn auch nur für kurze Zeit, und wenn man mir jetzt meine Lebensgrundlage und den Rest an Stolz nehmen würde, den ich jetzt noch habe, ich befürchte ich könnte für nichts mehr garantieren, was mich im Augenblick noch von einer Bestie unterscheidet. Und trotzdem habe ich heute wieder eine unglaubliche Freude empfunden, weil es jedes mal eine Überraschung wie an Weihnachten ist, was man alles jedes mal für nur 2 € geschenkt bekommt, wenn ich alle 14 Tage zur Tafel gehe. Diesmal habe ich auch ein paar Blumen mitgenommen, die ja eigentlich für die Mädchen sind, und es gibt auch ein paar davon im meinem Herzen, denen ich sie eigentlich gerne schenken würde. Mal sehen, wie es mir Morgen geht, vielleicht schaffe ich es ja morgen endlich, sie einfach und mich gleich noch dazu an die ganze Welt zu verschenken, denn für eine allein bin ich anscheinend too much, so wie auch schon meine Mutter mit mir als Baby überfordert war. So, jetzt wisst ihr auch, warum ich mich nicht für Liebenswert halte, ich mich in nichts von dem Mädchen unterscheide die mir vor nicht all zu langer Zeit erzählt hat, dass sie als Baby in den Müll geworfen wurde, und bei der ich mich vielleicht sobald ich sie wiedersehe für meine Ungläubigkeit entschuldigen muss. Leider ist sie auch so unglaublich verletzlich, dass ich noch gar nicht weiss, wie ich mich ihr damit nähern soll. Weil es auch Frauen gibt, die damit spielen, mit ihrer Opferrolle, was ich deshalb absolut zu kotzen finde.

      Geschrieben von tacatacataca | 8. Mai 2013, 22:23
      • Zu dem Lied wollte ich mit Mel mal Tanzen, noch “so eine” verletzte Frau die Angst vor der Liebe hat, und ihr dabei ganz tief und lang in die Augen schauen. Doch dieser Wunsch gilt mittlerweile für fast alle Frauen, die mir im Augenblick “begegnen”, mir “zufliegen”, und darum Teil ich einfach schon mal das Gefühl mit, was ich dabei habe. Hoffentlich kipp’ ich dann nicht aus den Schuhen oder Fall einfach um, wenn es soweit ist, sollte das mal wirklich irgendwann passieren, egal mit welcher. :)

        Geschrieben von Aca | 8. Mai 2013, 23:09
  8. Für kein Geld der Welt geb ich mein inneres Kind auf, weder in zwei Jahren, noch in zwanzig ^^
    Und von keinem Mann der Welt lass ich mir sagen, wie lang ich Chucks und Piercings tragen darf :P Wenn ich dafür Tattoowierin sein muss.. bittesehr, das lässt sich machen.

    Geschrieben von roxxyredlight | 8. Mai 2013, 11:08
  9. Dein inneres Kind solltest du genauso pflegen, lieben und achten wie ich das meine, Roxxy Frau. In meinem Fall habe ich nur noch nicht das richtige Gleichgewicht zwischen meinem Erwachsenen-Ich und Aca, dem unbesiegbaren Peter Pan in mir gefunden. Aber meine nächsten (Tanz)Schuhe sind wieder Rot, denn die Zeit dafür ist jetzt gekommen. ;)

    Geschrieben von tacatacataca | 8. Mai 2013, 16:37

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