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Frauen, Liebe, Männer, Spiel

Wahre Liebe. Offener Brief an jemanden, der nichts begriffen hat … / Teil I

Vor gut einer Woche postete ich „Ein Chat über wahre Liebe mit etwas so Ähnlichem wie einer Frau …“ Es ging um ein Gespräch zwischen einer Frau und mir über die Liebe. Unsere Meinungen hätten unterschiedlicher nicht sein können. Ich vertrat die Oldschool-Fraktion „Wir beide gegen den Rest!“, sie kam aus der „Generation Zweckgemeinschaft“ – Bloß nicht zu viel Nähe. Warum eigentlich nicht? Was ist schlecht an Nähe? Gerade in unserer oberflächlichen Gesellschaft? Kann ich Euch sagen: Nähe macht angreifbar, Nähe macht verletzlich. Deshalb ist Nähe nichts für Schwächlinge. Nähe ist etwas für Kämpfer.

Das Tragische ist: Diese Frauen empfinden sich oft nicht als schwach. Sie glauben allen Ernstes, sie seien stark, weil sie vielleicht erfolgreich im Beruf sind, eventuell so ganz nebenbei noch ein Kind großziehen. Beides möchte ich nicht klein reden. Um beides, oder auch nur eines, gut hinzubekommen, braucht es auch eine Menge Kraft, keine Frage. Aber genau darin liegt meines Erachtens das Problem: Diese Frauen haben bereits all ihre Kraftkapazitäten aufgebraucht. Das macht sie in der Liebe schwach und mutlos. Wer wahre Liebe will, muss auch mal ein Risiko eingehen. Doch dafür langt es nicht mehr. Und da diese Frauen ihre Schwäche oftmals gar nicht als eine solche empfinden, ändern sie nichts an der Misere ihres Lebens.
 
Sicher, bis zu einem gewissen Alter lässt es sich noch relativ locker durch die Gegend vögeln, wenn man sich nur oft genug vorsagt, dass darin der Sinn des Lebens liegt. Nur: Ich möchte keine Frau mit Vierzig sein, die noch immer nicht begriffen hat, worum es geht. Da bleibt am Ende nur: Forever alone. Mit neun Katzen. Wenn’s gut läuft.

Die „Generation Zweckgemeinschaft“ besteht aus drei Arten von Menschen:

  1. Menschen, die einst so sehr verletzt wurden, dass sie sich nun vor all dem, was Ähnliches auslösen könnte, schützen. Diese Menschen sind am ärmsten dran. Sie wissen um die Schönheit der Liebe, wissen also ganz genau, was ihnen Großes entgeht.
  2. Menschen, welche die wahre Liebe nie kennengelernt haben. Denen geht es verhältnismäßig gut. So in Etwa wie geistig Behinderten. Die machen sich auch keinen Kopf drum, dass sie, aller Voraussicht nach, niemals einen Nobelpreis in Physik gewinnen werden.
  3. Menschen, die eine falsche Vorstellung von Freiheit haben. Die meinen, Liebe im klassischen Sinne, hätte etwas mit gesellschaftlichen Zwängen zu tun. Und damit komme ich zu meinem offenen Brief an jemanden, der nichts begriffen hat …

Aber nicht mehr heute. Übermorgen gibt’s den zweiten Teil von Wahre Liebe. Offener Brief an jemanden, der nichts begriffen hat …

Diskussionen

23 Antworten zu “Wahre Liebe. Offener Brief an jemanden, der nichts begriffen hat … / Teil I”

  1. Ich habe eigentlich drauf gewartet.
    Denn den Kommentar auf den sich das alles hier dann bezieht habe ich auch gelesen und dachte so bei mir : Nett mal wieder einer der “Frei” von gesellschaftlichen Zwängen ist, aber vielleicht gar nicht ahnt was Liebe ist.Die Liebe seines Lebens zu finden ist wirklich nicht einfach, und wenn man sie dann einmal hat ist es verdammt harte Arbeit sie am Leben zu halten.

    Ich Lebe in einer ähnlichen Beziehung wie Oliver es schon getan hat, ich bin treu (mein Mann natürlich auch) aber wir gönnen uns ab und an den Luxus einer weiteren Frau oder eines Paares.
    Aber ich weiß es ist jedes mal ein “Seelenloser” fick, denn nur ich bin die Frau die in seinen Armen einschläft und wieder wach wird. Und keine andere, und davor brauche ich schlicht auch keine Angst zu haben.
    Ich nenne es wahre Freiheit lieben zu dürfen.Ich habe lange sehr lange gebraucht um endlich dort anzukommen wo ich seit fast 5 Jahren bin. Ich musste für mich erst lernen das Liebe nicht bedeutet nebeneinander her zu leben, sich das Bett zu teilen zwischen durch mal über einander her zu rutschen und sich Tag täglich zu fragen ” das ist es jetzt? das möchte die Gesellschaft gern so?” ich bin irgendwann ausgebrochen und Entschuldigt bitte meine Freizügigkeit habe gelebt wie Gottes beste Hure.

    Doch dann kam mein Mann packte mich und schmiss mich in ein Pool aus Liebe, Leidenschaft, Verlangen und Vertrauen. Denn genau diese Attribute braucht es um wirklich Leben zu können.
    Freiheit ist nicht sein Loch oder Schwanz für alles Frei und einsatzbereit zu haben. Kein Mensch wird wirklich Frei sein denn man ist immer Gefangener seiner eigenen Erwartungen. Aber was ist ein Leben ohne Liebe, einige werden mir beipflichten das es ein trostloses einsames Leben in mitten fröhlicher Menschen Massen ist,
    Ja, sicher werden auch einige sagen ” Die eine Liebe gibt es nicht” doch die gibt es. Sie braucht Zeit sie muss wachsen und sie nimmt dich voll in ihren Besitz…….und damit sind wir wieder da ist Liebendes besitzen wirklich so schlecht?

    Ich sage nicht das meine Art der Beziehung für jeden das richtige ist und genau das der Schlüssel zum Glück ist.
    Aber für mich ist es nie niemals eine “Frei-Beziehung” wenn man sein Partner nicht liebt und seine Nähe nicht erträgt.

    Soooo und jetzt hat die Kessy Feierabend und geht zu ihrem sie “besitzenden” Mann nach Hause unter die Decke…

    Küsschen aufs Nüsschen ihr Lieben.

    Geschrieben von Kessy | 18. Juli 2012, 04:05
    • Hand drauf. Nur Eines: Es ist eben kein seelenloser Fick, wenn Ihr es gemeinsam macht. Das ist ja gerade das Schöne am Swingen mit jemandem, den man liebt. Aber ich weiß, was Du meinst: Dass der eigentlich Akt mit der dritten Person nichts bedeutet, ja, klar, so sollte es sein.

      Geschrieben von Oliver Flesch | 18. Juli 2012, 04:44
      • Mir viel nichts besseres ein Oliver, deswegen auch die ” “…bin eben nicht so gut im Schreiben wie du ;-)

        Geschrieben von Kessy | 18. Juli 2012, 11:57
  2. Es gibt 7 Milliarden Arten, den Mond zu sehen. Und ich bin sicher, 7 Milliarden Arten, zu leben, zu lieben.

    Keine Lebensweise kann gedanklich vom Protagonisten, geschweige denn vom Zuschauer, nachvollzogen werden; keine muss verteidigt oder begründet werden. Es ist wie es ist; mit allen Entwicklungsmöglichkeiten für ‘die’ Liebe.

    Geschrieben von Carla | 18. Juli 2012, 09:08
  3. Wieder mal genial geschrieben!

    Bin gespannt auf die Fortsetzung! Hab mich leider selbst im Text entdecken dürfen. Leider deshalb, weil es immerwieder erschreckend ist, wenn man nen Spiegel vorgehalten bekommt. Aber immerhin bin ich ein Mensch der Kategorie 1, klingt auch gut ;-)

    Geschrieben von Seine Spektabilität Ott | 18. Juli 2012, 09:16
    • Man ist zwar dann am ärmsten dran, stimmt schon
      aber wenn das mit dem Schützen vor Angst nur vorübergehend ist…
      das ist es doch hoffentlich bei Dir auch.
      Die Angst läßt nach und die Sehnsucht kommt wieder, mit der Zeit.
      Glaub mir

      Geschrieben von Bianca | 20. Juli 2012, 14:08
  4. In einigen Punkten Zustimmung. In andere nicht. Bspw. in dem, dass Frauen all ihre Kraftreserven aufbrauchen. Der Versuch einer umfänglichen Antwort und eine Sichtweise hier (wenn gestatttet :) )

    http://herzmarie.blogspot.de/2012/07/warum-sollte-er-ausgerechnet-dir-treu.html

    Geschrieben von Marietta | 18. Juli 2012, 09:22
  5. Ich stimme dir (wie auch etwas öfters, trotzdem bleib ich dir treu, weil du oft schöne, für mich neue Denkansätze hast) nicht vollkommen zu. Zumindest, wenn ich es richtig verstanden habe.

    Ich sehe es nicht so, dass es eine Art der Liebe gibt, die für alle Menschen auf diesem Planeten die perfekte Art der Liebe ist. Ich bewerte es nicht als schlecht(er), wenn jemand sagt, er möchte seine Freundin nur ein Mal die Woche sehen, dafür dann aber _richtig_ und alles ganz besonders intensiv fühlen. Er wäre nur kein geeigneter Partner für MICH, denn ich erhoffe mir von einer Beziehung etwas anderes.

    Ich bin der festen Überzeugung, wir lieben nicht alle gleich. Selbst bei meinen eigenen, bisherigen Partnern war ‘Liebe’ immer etwas anders, auch, wenn ich ohne zu Zögern unterschreiben würde, dass ich geliebt habe. Aber was ich für Person A gefühlt habe, ist nicht 100% das gleiche Gefühl wie das, was ich für Person C empfinde. Auch, wenn es natürlich viele Überlappungen gibt (beieinander sein wollen, Eifersucht, sich fallen-lassen-können, …).
    Und wenn bereits in meiner eigenen kleinen Person so viele verschiedene Arten von Liebe existieren, glaube ich nicht, dass ich einschätzen kann, welche Art von Liebe für einen anderen Menschen, den ich unter Umständen gar nicht kenne, die perfekte ist.

    Ich selbst steh auch auf eine eher altmodischere Liebe, du und ich gegen den Rest der Welt, viele gemeinsame intime Momente, wenig oder besser keine Geheimnisse und eine Verbindung der Seelen, am besten für immer und nicht nur für ein paar Jahre. Aber selbst ich finde ein paar Freiheiten nicht schlecht und finde es nicht schlimm, mal für einen kurzen, absehbaren Zeitraum getrennt zu sein. Dagegen fände ich, für mich persönlich, das Swingen “schlimmer” (nicht schlimm, ist halt nur für mich nichts), weil ich die sexuelle Ebene unserer Beziehung gerne nur auf uns beide beschränke will und keinen Mehrgewinn, weder in Gefühlen noch in der Lust, darin sehe, meinem Partner dabei zuzusehen, wie er eine andere vögelt.

    Geschrieben von Rachel | 18. Juli 2012, 09:24
  6. Ich glaube du hast recht und unrecht zugleich. Ja, Nähe macht verletzlich. Und JA, deshalb lassen genau diese Frauen, die du beschrieben hast, zu viel Nähe nicht zu. Weil sie verletzt wurden und es vermeiden wollen, das noch einmal zu erleben. Oder weil sie aus ihrer generellen Lebenshistorie die Erfahrung gemacht haben, dass es sicherer ist, an einer gewissen Oberfläche zu bleiben. Bei deinen drei Kategorien stimme ich dir zumindest im Punkt drei nicht zu. Ich denke, es gibt Menschen, die eine ganz klare Vorstellung von Freiheit haben. Sicher, diese Art von Freiheit mag nicht jeder teilen oder verstehen. Aber ganz sicher gibt es neben den Menschen, die vielleicht in der Tat die Freiheit falsch interpretieren, auch Menschen, die sich ganz bewusst für diesen Beziehungsweg entscheiden und für die genau dieser Weg DER Weg ist. Wie schon in einigen Kommentaren geschrieben: Liebe ist so vielfältig, dass es (wie bei fast allen Dingen auf dieser Welt) keinen Königsweg gibt. Ebenso wie es nicht DIE Wahrheit gibt. Jeder hat SEINE Wahrheit. Und SEINEN Weg zu lieben. Ob als Dauersingle, Distanzliebhaber, Lebensabschnittsgefährte, Bonnie und Clyde, Romeo und Julia oder Hardcoreswinger. Alles ist der richtige Weg. Wenn es für den, der ihn geht, richtig erscheint. Zudem ist das Leben ein ständiges Ausprobieren. Wer heute noch der stadtbekannte Zuchtbulle ist, kann morgen zum Romeo mutieren. Insofern ist alles im Fluss. Und der Einzelne ist nicht in der Position, andere Sichtweisen als falsch zu “brandmarken”.

    Dennoch finde ich deinen Beitrag als deine persönliche Meinung klar, eindeutig und gut.

    Geschrieben von Czarto! | 18. Juli 2012, 10:09
    • Verstehe Deine Meinung, teile sie aber nicht. Dieses “Alles ist gut” ist mir zu beliebig. Es geht mir auch nicht um vielfältige Arten der Liebe, sondern um die wahre. Und die ist nun mal klar definiert. Längst nicht nur von mir. Deshalb verstehe ich die ganze Diskussion nicht so wirklich.

      Dennoch finde ich Deinen Kommentar als Deine persönliche Meinung klar, eindeutig und gut. ;-) Gern mehr davon.

      Geschrieben von Oliver Flesch | 29. Juli 2012, 05:36
  7. Ich stimme dir zu ! Schöner Text !

    Aber der Vergleich mit geistig Behinderten ist sehr mutig :/

    Geschrieben von Plastique | 18. Juli 2012, 10:36
  8. Wahrheit deiner Worte hören.
    Mut den alltäglichen Alltag zu stören.
    Bedeutung deiner Blicke verstehen.
    Jedem Orkan noch stärker entgegen zu wehen.
    Tiefe deiner Liebe erleben.
    Schwächen kraftvoll entgegenzustreben.
    Erfüllung unserer Liebe spüren.
    Dich durch die Windungen meines Inneren zu führen.
    Vollkommenheit des Uns erfahren.
    Schätze des Vertrauens mit Achtung bewahren.

    So seh ich es und nur so will ich es leben. Dies zu haben ist als Wert unschätzbar und das Beste überhaupt.

    Geschrieben von LenavanM | 18. Juli 2012, 10:55
  9. Vielleicht mal in eine ganz andere Richtung denken.
    Letztendlich geht es um die eigene (!) Seele.

    In einer Beziehung hat man Möglichkeiten, sich selbst zu ‘erschaffen’. Wenn ich mich gerne als liebevoller Partner ‘erschaffen’ möchte, gibt mir mein Partner die Gelegenheit dazu. Allerdings gibt’ sie mir auch die Gelegenheit ein Schwein zu sein, ganz wie ich möchte. Aber will ich wirklich bewusst (!) ein Schwein sein?

    Viele handeln unbewusst und verstehen unter Partnerschaft einen stillschweigenden Vertrag (gibst du mir dies, gebe ich dir das).
    …und sobald wir uns nach diversen Verletzungen (Gefühlen) doch für den Anderen öffnen, haben wir sofort wieder Angst ihn zu verlieren. Daher verändern wir uns, für ihn, in der Hoffnung, dass der Andere uns nicht verlässt. So hat der Andere uns aber nicht kennengelernt und wir werden für ihn unattraktiv(er) als vorher.

    Mehr zum Thema im Buch (auch wenn der Titel abgehoben klingt, es lohnt sich):
    Neale Donald Walsch: Gespräch mit Gott

    Geschrieben von Alte Seele | 18. Juli 2012, 14:48
  10. Schön geschrieben Oliver.
    Ich denke, dass sich über dieses Thema ja hervorragend streiten/diskutieren lässt…. Gesellschaftliche “Pressformen” finde ich ätzend… und denke, dass jeder lieben sollte wen und wie er möchte solange dies auf gegenseitigkein beruht und beide glücklich macht.
    Freiheit ist ein sehr ausgelutschtes Wort… Was bedeutet Freiheit?? Jeder definiert es anders. Jeder empfindet es anders. Ich denke, dass man auf seinen Bauch hören sollte und tun sollte was happy macht ohne dieses “wie sollte es sein/wie darf es sein” und schon gar nicht “wie muss es sein”. Wen ich mit etwas nicht zufrieden bin, sollte ich mir überlegen wieso das nicht so ist. Kann oder will ich das dann ändern? Macht es mich dann glücklich? Welche Kompromisse kann ich eingehen ohne mich aufzugeben oder zu sehr zu verbiegen?

    Wen ein Paar sich wirklich liebt, miteinander reden kann, sich auf einer Ebene treffen kann, sich gegenseitig respektiert und Kompromisse schliessen kann dann denke ich das dem Glück nichts im Weg stehen sollte. :)

    Geschrieben von danielag82 | 18. Juli 2012, 15:34
  11. Tja, die liebe Liebe…das größte Rätsel des Lebens, was (zumindest für mich) unlösbar ist…
    Mal abwarten… ;-)

    Geschrieben von Sonja Lindenbaum | 18. Juli 2012, 18:58
  12. Ist wahre Liebe nicht eigentlich, wenn man sich gar keine Gedanken darüber machen will, was andere gerade denken? Der Kopf schreit “Da draußen laufen so viele Gelegenheiten rum!” aber das Herz hat Kopfhörer auf und hört “Lieblingsmensch” von Dendemannn! ;)

    Geschrieben von robztarone | 18. Juli 2012, 21:43
  13. Übermorgen ist lange vorbei, wo bleibt Teil 2?

    Geschrieben von Kleele | 22. Juli 2012, 22:29
  14. Es sind aber nicht nur die Frauen, die Angst vor Nähe haben. Kenne das Phänomen auch umgekehrt.

    Geschrieben von Mrs. Kolumna | 22. April 2013, 18:28

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